Sehstörung nach Schlaganfall


Sehtraining am PC hilft
Sehstörung nach Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall leiden viele Patienten an einer Sehstörung. Sie nehmen ihre Umgebung verschwommen oder nur auf einem Auge wahr. Abhilfe kann ein spezielles Computerprogramm leisten, welches Forscher aus Großbritannien und Erlangen in Zusammenarbeit mit der Universität Saarland entwickelten.

Hilfe aus dem PC

Leiden Patienten nach einem Schlaganfall unter Sehstörungen, schränkt dies ihren Alltag stark ein. Während der stationären Behandlung ist eine gezielte Therapie der Sehstörung möglich. Im Anschluss an die stationäre Therapie fällt es vielen Betroffenen jedoch schwer, ein konsequentes Training der Sehleistung fortzuführen.

Mittels eines Computerprogramms können Betroffene ihr Sehvermögen nun daheim schulen. Dieses entwickelten Forscher aus Großbritannien und Erlangen zusammen mit dem Neuropsychologie-Professor Georg Kerkhoff von der Saar-Uni.

Schnelle Erfolge

Für die Studie teilten die Forscher Schlaganfall-Patienten mit Gesichtsfeldausfällen in zwei Gruppen ein. Die eine Gruppe absolvierte ein 35-stündiges Seh-Training, das gezielt das Lesen und die visuelle Suche im Raum verbessern soll. Die Patienten mussten dazu am Bildschirm etwa in einer Reihe von Wörtern ein „Nicht-Wort“ heraussuchen oder in einer blauen Punktewolke einen roten Punkt aufspüren. Die andere Gruppe erhielt ein herkömmliches Aufmerksamkeitstraining am PC.

Die Probanden der ersten Gruppe verbuchten sehr schnell Erfolge, während die Teilnehmer der zweiten Gruppe kaum Besserungen verzeichneten. „Die erste Gruppe war auch hier generell zufriedener“, sagt Kerkhoff.

Geringer Aufwand

Therapeuten unterstützen alle Patienten per Telefon und Hausbesuchen, insgesamt circa zwei Stunden in der Woche. „Dabei ging es meist darum, kleine technische Probleme zu beheben und die Teilnehmer zu motivieren“, erklärt Kerkhoff.

Vor allem für Patienten aus ländlichen Regionen, in denen keine spezifische Therapie stattfinden, ist diese Form des Trainings geeignet. „Der vergleichsweise geringe Aufwand und die objektiven Verbesserungen in der ersten Gruppe zeigen, dass eine neurovisuelle Therapie zu Hause die ambulante oder stationäre Therapie wirksam unterstützen kann“, erklärt der Professor abschließend.

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