Therapie am Computer


PC-Spiel lindert Depressionen
Therapie am Computer

PC-Spiele haben keinen guten Ruf – sie begünstigen angeblich gewaltbereites Verhalten und soziale Isolation. Neuseeländische Psychologen entwickelten nun ein PC-Spiel das anders ist: Das Spiel baut auf Grundsätze der Verhaltenstherapie auf und hat sich in einer ersten Studie als Therapie bei Depressionen bewährt.

Spielerisch lernen

Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine bewährte Methode zur Behandlung von Depressionen. Die Betroffenen lernen in Einzelgesprächen mit einem Therapeuten Problemstrategien zu entwickeln, mit negativen Gedanken umzugehen und ihr Leben wieder zu meistern. Psychologen aus Neuseeland packten die Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie nun in ein Computer-Spiel.

Der Spieler übernimmt die Rolle einer Phantasiefigur und kämpft gegen personalisierte GNATs – Gloomy Negative Automatic Thoughts (düstere negative automatisierte Gedanken). Im Zuge dessen bewältigt er zahlreiche Abenteuer und löst Rätsel. Der Spieler lernt währenddessen spielerisch mit negativen Gedanken umzugehen, die auch während Depressionen aufkommen, und setzt Strategien der Problemlösung um. Dadurch erfährt der Depressive Erfolgserlebnisse. Zusätzlich enthält das Spiel Übungen zum Entspannen.

Therapie zu Hause

Die Psychologen testeten das Spiel als Therapie bei 94 Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren mit leichten Depressionen. Weitere 93 leicht depressive Jugendliche erhielten eine konventionelle Verhaltenstherapie mit Einzelsitzungen beim Therapeuten. Keiner der Jugendlichen war selbstmordgefährdet.

Die Computer-Gruppe absolvierte über vier bis sieben Wochen hinweg die einzelnen Level des PC-Spiels. Die Teilnehmer der zweiten Gruppe trafen sich über einen Zeitraum von mehreren Wochen zu regelmäßigen Einzelsitzungen mit ihrem Therapeuten. 44 Prozent der PC-Spieler überwanden ihre Depression vollständig, 26 Prozent der Kontrollgruppe erholten sich von ihrer Depression. Damit schnitt das PC-Spiele gegenüber der konventionellen Therapie sogar besser ab. Bei den Jugendlichen kam das Spiel gut an: 95 Prozent beurteilten es positiv.

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