Eukalyptus statt Antibiotika


Ätherische Öle: effektiv und mild
Eukalyptus statt Antibiotika

Viele ätherische Öle schlagen Keime in die Flucht und sind dabei wesentlich besser verträglich als die meisten Medikamente. Vor allem Eukalyptus-Öl hat sich bewährt. Möglicherweise kann es in manchen Fällen Antibiotika ersetzen. Darauf deuten Forschungsergebnisse deutscher Wissenschaftler hin.

Lässt Bakterien keine Chance

Forscher des Kieler Instituts für Infektionsmedizin testeten die keimtötende Wirkung verschiedener ätherischer Öle. Sie stellen fest, dass manche der Öle gegen die Bakterien Staphylokokken und Streptokokken wirken. Neben Eukalyptus hatten auch Teebaum, Thymian, Zitronen, Zitronengras und Nelken einen keimtötenden Effekt. Das Besondere: die ätherischen Öle hemmten in den Labortests auch den Problemkeim MRSA  – ein Bakterium, das gegen Antibiotika resistent ist und zu hartnäckigen Wundinfektionen, Abszessen und Lungenentzündungen führt.

Hemmt Entzündungen

Bakterium können auch Tumoren befallen, sodass diese sich entzünden und beginnen übel zu riechen. Der Kieferchirurg Patrick Warnke testete am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, ob ätherische Öle auch bei entzündeten Tumoren im Gesichts- und Halsbereich wirken. Er spülte die Geschwüre mehrmals täglich mit ätherischen Ölen, vor allem Eukalyptus-Öl. Schon nach wenigen Tagen verschwand der faulige Geruch. Mit der Zeit bildeten sich auch die Entzündungen zurück und man musste die Patienten nicht mehr isolieren.

Alternative zu Antibiotika?

Bislang kommen ätherische Öle vor allem bei Atemwegsinfektionen, kleinen Wunden und in der Zahnmedizin zum Einsatz. Die Forscher erhoffen sich nun neue Behandlungsansätze für andere Erkrankungen.
Sollte sich die Wirkung gegen Problemkeime in weiteren Studien bestätigen, sind ätherische Öle vor allem als Alternative zu Antibiotika interessant.

Einen Wermutstropfen gibt es jedoch: Die Wirkung der ätherischen Öle ist bislang nur bei lokaler Anwendung belegt. Stark riechende Substanzen wie Eukalyptus- und Pfefferminzöl darf man zudem nicht bei kleinen Kindern und Säuglingen anwenden, da sonst Atemstörungen drohen. Bei Erwachsenen besteht diese Gefahr nicht.

In der Apotheke gibt es Fertigpräparate mit ätherischen Ölen zum Einnehmen, Einreiben, Gurgeln und Inhalieren.

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