Kindern Ebola erklären


Ruhig und ehrlich bleiben
Kindern Ebola erklären

Ebola ist in den Medien präsent wie kaum ein anderes Thema. Viele Kinder schnappen den Begriff im Fernsehen oder in der Schule auf. Nicht selten machen unter den Gleichaltrigen Gerüchte die Runde. In diesem Fall raten Kinderärzte zu einem klärenden Gespräch mit dem Nachwuchs, um Ängste zu nehmen. Wie man das Thema „Ebola“ kindgerecht anpackt, erklären amerikanische Experten.

Ebola – Weniger ansteckend als Grippe

Ebola ist eine seltene Viruskrankheit, die sich während der letzten Monate in westafrikanischen Ländern stark verbreitet hat. Die Ebola-Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Symptomen, beträgt bis zu drei Wochen. Erkrankte entwickeln Fieber, Kopfschmerzen, Bauchweh und leiden unter unerklärlichen Einblutungen oder Blutergüssen. Über die Hälfte der infizierten Menschen verstirbt an inneren Blutungen oder Organversagen. Gegen Ebola stehen nur experimentelle Therapien zur Verfügung.

Die Wahrscheinlichkeit, sich in Europa mit dem Virus anzustecken, ist ausgesprochen gering. Zwar besteht ein Risiko, dass erkrankte Helfer einreisen, doch diese werden sofort isoliert. Die Übertragung zwischen Menschen erfolgt nur durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel, Sperma oder Erbrochenem. Bei dem Schreckensszenario, man sitze zufällig neben einem unerkannt Infizierten in der U-Bahn, besteht keine Übertragungsgefahr. Einfache Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, Schutzhandschuhe oder Desinfektionsmittel verhindern die Übertragung. Das Ebola-Virus ist weit weniger ansteckend als das Grippe-Virus.

Falsche Annahmen klarstellen

Gehen unter Kindern dramatisierende Gerüchte über Ebola umher, raten amerikanische Experten vom Elternmagazin „APP News“ zu einem klärenden Gespräch mit dem Nachwuchs. Dr. David J. Schonfeld, Direktor des Nationalen Zentrums für Notfallsituationen an Schulen und Trauerbewältigung in Philadelphia schlägt Eltern folgendes Vorgehen bei einem Gespräch mit ihrem Kind vor: 

  • Fragen Sie Ihr Kind, was es über Ebola gehört hat. Erkundigen Sie sich, welche anderen Informationen es gerne hätte und wo Verständnisprobleme bestehen. Stellen Sie falsche Annahmen richtig.
  • Bleiben sie sachlich und ehrlich. Beschreiben Sie Ihrem Kind den Unterschied zwischen den Krankheiten, die es kennt, und seltenen Krankheiten wie Ebola. Anschauliche Details sind dafür nicht erforderlich.
  • Wenn Sie unsicher sind oder etwas nicht wissen, sollten Sie das gegenüber Ihrem Kind zugeben. Bieten Sie ihm an, sich über die offenen Fragen zu informieren. Ältere Kinder können gemeinsam mit ihren Eltern nach Informationen suchen.
  • Berücksichtigen Sie die Reife ihres Kindes und seine Fähigkeit, mit beängstigenden Nachrichten umzugehen. In der Regel können ältere Kinder bedrohlich erscheinende Informationen besser verarbeiten als jüngere Kinder. Manche Kinder brauchen mehr Informationen als andere, um etwas zu verstehen. Andere wiederum machen sich mehr Sorgen, wenn sie zu viele Fakten bekommen. Sie können ihr Kind am besten einschätzen.
  • Bleiben Sie selbst ruhig und zuversichtlich, denn Ihr Kind spürt Ihre Stimmung. So machen Sie es Ihrem Kind einfacher, Ängste zu überwinden oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. 

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